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Sonntag, 30. Oktober 2011

hate

Treppe runter stolpern, die Magenschmerzen ignorieren, Leine schnappen und raus auf die Straße mit meiner süßen Hundedame. Raus hier, weg hier. Ich renne los, die Häuser ziehen an mir vorbei, die Sonne scheint mir ins Gesicht. Dieses braune kleine Fellknäuel neben mir springt, kläfft, wedelt mit dem Schwanz und freut sich am Leben zu sein. Welche Ironie.
Noch hundert Meter, dann habe ich den Baum erreicht, noch hundert Meter, dann stehe ich im Schatten, noch hundert Meter und mein Magen wird wieder leer sein, noch hundert Meter und mein Hund wird mein Geheimnis wissen, noch hundert Meter und ich bin von diesen Schmerzen erlöst. Alles um mich herrum verschwimmt, ich sehe nur noch den Baum, den Schatten, die Erlösung. alles andere ist mir egal. Doch auf einmal verändert sich etwas um mich herrum, ich höre Stimmen, ich sehe zwei helle Punkte auf mich zu kommen. Die Punkte, sind gar keine Punkte. Sie werden zu Menschen zu einem alten Ehepaar. Noch sechzig Meter bis zum Baum. Was soll ich tun? was soll ich machen? Unter meiner Zunge hat sich schon einer bittere Flüssigkeit gesammelt, mein Mageninhalt hält nicht mehr still. Die Panik erfasst meinen Körper.
Um ehrlich zu sein, ich bin froh das dieses alte Ehepaar mir die Entscheidung ab nimmt, mich daran hindert kotzen zu gehen. Ich bin froh, das sie meinem Hund diesen widerlichen Anblick ersparen. Ich bin froh, dass sie es nicht zu lassen das ich mir den Finger in den Hals stecke. Ich bin froh, dass sie mir die Schmerzende Speiseröhre ersparen. Ich bin froh, dass weiter einen schmerzenden Magen spüren darf. Ich liebe in diesem Moment zwei völlig fremde Menschen, weil sie zufällig den gleichen Weg wie ich gewählt haben.
Sie bleiben stehen, steigen in ihr Auto und verschwinden, zur gleichen Sekunde bin ich am Baum angekommen. Diese zwei Menschen haben mir gar nichts erspart, sie haben mich vor nichts gerettet. Sie haben mir eine kurze Aussicht auf Rettung gegeben und diese im gleichen Atemzug wieder zerstört. Jetzt stehe ich hier, kotze mir die Seele aus dem Leib.
 Der Hass auf meinen Körper hat wieder begonnen und der Winter kann kommen.

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