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Samstag, 2. Juli 2011

13 cm High Heels

M. kommt mit in die Umkleidekabine. Ich habe sie nicht gefragt, ob sie mit kommen will, sie tut es einfach. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt. Sie setzt sich auf den Stuhl und schaut mir beim um ziehen zu. Während ich mir das Top über den Kopf ziehe, stechen meine Rippen hervor und mein Bauch wird ganz flach, noch mehr als sonst. 'Mina, du bist schon wieder so dünn geworden.' Ich schaue sie kurz an, drehe mich Wordlos um und nehme das Kleid vom Kleiderbügel. Es hat ein graues Unterkleid, über zogen mit weißer Spitze und hat einen schwarzen Gürtel mit Schleife. Es ist wieder wie das rosaner Schulter frei und Knie lang. Auf den ersten Blick habe ich mich in das Kleid verliebt und musste es haben. Mit dem Gesicht zur Wand sage ich ihr das ich aussehe wie immer. Das Kleid sieht gut aus, ich sehe gut aus in dem Kleid. Mit den High Heels könnte es sogar ein 'hübsch' sein. Ich starre mein Spiegelbild an, mein Waden sehen dennoch fett aus! Wie immer sind meine Worte schneller als mein Kopf. ' Ich sehe doch aber nicht dick aus oder?' Sie schaut mich an und haut mir in den Bauch und lacht' Mina, Mensch du siehst alles andere als dick aus. Ab jetzt führen wir wieder ein das ich dich jedes mal schlagen darf wenn du auch nur andeutest das du fett bist, klar?!' Ein breites Lächeln ist in ihrem Gesicht.' Ist gebongt, meine Süße' Ich ziehe mich wieder um und wir gehen das Kleid kaufen. noch 6 Stunden bis zum Abschlussball.
Später bei ihm, küsst er mich, sagt mir das dieses Kleid schöner ist als das vorherige, das ich noch besser aussehe. Seine Jungs kommen und wir trinken vor. Schon nach zwei Gläsern Apfel-Korn bin ich angetrunken. Meine Zunge wird schon langsam schwer, ich vertausche die Wörter und verändere den Sinn des gesagtem. 
An der Schule hält er mich im Arm, so nah an ihm wie es geht. Es bildet sich eine Schlange vor der Schule, alle drängen sie am Wochenende in die Schule, was für ein verkehrtes Bild. Durch die Tür, Stempel auf der Hand und ein neues Sektglas in der Hand.  Ich weiß das ich kein Alkohol vertrage, aber im Moment interessiert mich das nicht, nichts wirklich interessiert mich, das Leben schwimmt vorbei, ohne mich. 
Los geht der Small-Talk. Alle warten sie gespannt auf das Essen. Fotos werden geschossen, Gruppenfotos, Klassenfotos, Familienfotos. Ich bleibe alleine mit seiner Mutter am Tisch sitzen und unterhalte mich mit ihr. Sie ist nett, aber ich will nicht das sie etwas über mich weiß, viel zu oft rede ich ohne zu denken. Ich flüchte nach draußen und rauche eine Zigarette. Umhüllt von einer Nikotinwolke komme ich wieder rein, das Büfett ist eröffnet und er ist auch schon am essen. 'Willst du nichts essen, Mina?' Er schaut mich an und lässt seine Gabel in der Luft schweben.'Doch, aber die Schlange ist so lang.' Seine Mama schaut mich an, ich habe das Gefühl alle beobachten mich. Sein Vater lächelt.'Später, wird die auch nicht kürzer.' Ein Lächeln stiehlt sich in mein Gesicht. ' Willst du nicht mit uns kommen?' Seine Mama steht auf und legt ihr Hand auf meine Schulter an. Ich bin völlig verwirrt, ich weiß nicht warum vielleicht von ihrer Nähe aber ich fühle mich angegriffen.'Nein, Mina kommt mit mir, ich esse das nur kurz auf ' Die Erleichterung breitet sich in mir aus. Neben seinen Eltern zu stehen und Essen auf mein Teller zu schaufeln, ist eine schrecklich Vorstellung. Er isst ziemlich schnell, aber er isst immer schnell.'Oh Gott bin ich satt. Los Schatz', er greift meine Hand und zieht mich hoch;' holen wir dir was zu essen' An dem Büfett stehen so viele Menschen, die sehen was und wie viel ich mir auftue. Es gibt wenig vegetarisches, ein Argument warum ich mir so wenig nehme. Mit vollem Teller gehen wir zurück, durch die ganze Menschenmenge, viel zu viele Menschen. Jeder sieht mich mit Essen. Ich fühle mich schrecklich, am liebsten würde ich auf der Stelle den ganzen Teller weg schmeißen und weinen. Als wir wieder zum Tisch kommen sind alle anderen auch wieder da. Ich esse mein Essen, langsam und bedächtig. Ich hasse es.'Schmeckt es Mina?' seine Mutter lächelt mich an.'ja, es ist lecker.' ' Es gab ja auch viel vegetraisches, zum Beispiel diese Wraps. Warum hast du davon keinen genommen? Die sind sehr lecker!' Es sieht so aus als würde sie mir gleich ihren Wrap auf den Teller legen wollen. ' Ähm, da wusste ich nicht welcher jetzt mit Fleisch ist und welcher nicht.' 'Ach da hättest du doch irgendjemanden fragen können, da steht doch immer jemand. Du musst mal ein bisschen was auf die Rippen bekommen.' Sie grinst gerade zu. Ich würde ihr liebend gern den Wrap ins Gesicht klatschen. Ihr Mann mischt sich mit ein ' Ach lass sie doch, nimm nicht immer gleich so unter deine Fittiche.' Danke.
Er ist schon wieder weg, an der Theke. Ich stehe auf.'Bist du schon satt?' Ja verdammt, wieso kontrollierst du mich den bitte so. Dazu hast du kein recht, du bist seine Mutter und nicht meine! Am liebsten hätte ich es ihr ins Gesicht gebrüllt aber das tue ich nicht, eigentlich ist sie ein toller Mensch. 'Ja, es war sehr lecker.' Mit der festen Überzeugung, das ich nur eine rauchen gehe, verlasse ich die Schule, aber meine Beine laufen weiter. Richtung Klo. Ich steuer auf die letzte Kabine zu. Es ist schon fast wie ein Zwang. Ich rutsche aus meinen High Heels, knie mich auf den Boden, es ist mir egal ob der Boden dreckig ist, die Strumpfhose hat schon eine Laufmasche. Wegen mir aus soll ein Fleck auf das Kleid kommen, dann war ich besoffen. Wegen mir aus soll jemand die Kotsgeräusche hören, dann war ich besoffen. Und da heißt es Alkohol ist keine Lösung.
Mit leerem Magen und einem eigenartigen Glücksgefühl gehe ich wieder rein. Die erste Frage:' Wo warst du?' Er starrt mich an, ohne Gefühl in den Augen. Ich grinse breit, ich kann gar nicht anderes.'Nur eine rauchen.'

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