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Mittwoch, 15. Juni 2011

good day / bad day

Wir schlendern durch Rewe, zur Pizzaabteilung. Er nimmt meine Hand, küsst mich berührt, säuselt mir schöne Dinge ins Ohr. ' So, Mina, welche Pizza willst du?' Welche Pizza ich möchte? Gar keine, ich will von deinen Küssen leben. Ich will die Luft schmecken. Doch in der Realität. ' Ich habe keine Hunger auf Pizza, suche du dir eine aus.' das erste was er sagt, war wieder nur. 'Was hast du heute schon gegessen?'  Gerne Lüge ich ihn nicht an, eigentlich kann ich das noch nicht mal aber heute in diesem Moment geht es. 'Ich habe Gefrühstückt und bei S. heute ein Brot zu Mittag gegessen, da es bei ihnen was mit Fleisch gab.' Eine Lüge, welche er mir sogar abgekauft hat. 5 Minuten stehe wir vor dieser Pizzaabteilung bis er bemerkt, dass er sich nicht entscheiden kann und sich einen Nachtisch kaufen will. Wir drehen um, Hand in Hand, zurück zu Schokolade. Entscheiden uns doch für Chips.(Mag ich nicht, werde ich nicht essen) Wieder zu den Pizzen, ich dränge ihn dazu eine Pizza mit Fleisch zu kaufen, da werde ich auch später nicht in Versuchung geraten etwas zu essen.
Mein Armband ist kaputt gerissen, die Narben wurden sichtbar. Er starrt auf mein Handgelenk, mit einer flüchtig wirkenden Handbewegung schiebe ich die anderen Armbänder zurecht, nichts ist mehr sichtbar. Er sieht mich an, kein einziger Muskel in seinem Gesicht bewegt sich.' Mina, wie oft hast du dich nur geschnitten?!' Die Wahrheit ist in meinem Kopf nichts weiter, nichts als die Wahrheit. ' Nicht so oft' Das ist nicht mal eine Lüge, oft kann von jeder Person selbst definiert werden.' Hast du dich auch einmal geschnitten nach dem wir darüber geredet haben?' Nun ist mein Kopf leer, nicht mal die Wahrheit ist noch da. Wie ein Fisch an Land schnappe ich nach Luft, ohne zu wissen was ich damit anfangen soll. Mein Mund klappt auf und zu, ohne ein Geräusch von sich zu geben. Sekunden werden zu Minuten. Minuten werden zu Stunden. 'Ja.' Das einzige und schrecklichste was er sagt ist 'Warum?' Eine Frage die ich nicht beantworten möchte. Jetzt wo ich hier sitze und es auf schreibe, hätte ich liebend gern geschrien. Hätte ihm gesagt, des es ihn nichts angeht, das ich mir antuen darf was ich will. 'essen' Mehr kann ich nicht sagen, mein Kopf fährt Karussell. 'Wegen essen?' Seine Augen schauen verwirrt. 'Ja verdammt, wegen dem Essen.' meinst Stimme bricht und fällt ins Nichts. Er bemerkt es nicht einmal. ' Ich verstehe dich nicht.' Dabei klang er nicht nur Herrablassend sondern sah mich auch so an. 'Ich habe nicht gekotzt.' Irgendwie wollte ich mich verteidigen, es hat jedoch nichts besser gemacht. 'Ach jetzt ritzt du dich anstatt zu kotzen?!' Er versteht es nicht, er versteht gar nichts. Am liebsten würde ich mich verstecken, an einem Ort denn nur ich kenne. An dem Niemand mir vorschreibt was ich tun und lassen soll, an dem ich ohne Grund in Tränen aus brechen kann. 'Ich habe viel gegessen, so viel.' Meine Stimme ist leise, kaum hörbar. Seine dagegen ist wie ein aufbrausender Orkan. ' Aber das ist doch gut!' Nichts ist gut, essen nicht, kotzen nicht, ritzen nicht.
Wir sagen nichts mehr. Der Fernseher reden in die Stille hinein, ohne würdige Beobachter. Vor meinen Augen sind nur wechselnde Bilder, ohne Bedeutung. Das Leben ändert sich.
So wie seine Stimme auch, da ist kein anklagender Ton mehr zuhören, nur Verzweiflung und Trauer.'Aber das mit dem Essen wird doch wieder besser.' Ein-Word-Lügen kann ich am wenigsten glaubhaft verkaufen.'Ja' Doch er hat sie dankbar genommen und mich auch noch mit Geld beschmissen.
'Dann kannst du ja auch diesen Kartoffelchip essen.'

6+ h geschlafen: 10p
2l+ getrunken: 20p
1h+ Sport getrieben: 20p
& 2 Kartoffelchips: 20 p

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