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Sonntag, 26. Juni 2011

alien


Zwischen all den Menschen steht ein Mädchen, wie eine Aussätzige. Vom Aussehen her passt sie jedoch genau ins Bild. Süßes Ärmelloses knielanges Kleid, in einem rosa Ton, der Teilengürtel setzt Akzente mit einem bordo Rot. Das Kleid ist etwas zu groß, der Gürtel sitzt locker und alle fünf Minuten muss sie ihr Kleid hoch ziehen. Auf den ersten Blick sieht sie bezaubernd-unschuldig aus. Wie ein kleines Mädchen das beschützt werden muss. Ihre Haare sind zerzaust nur noch eine einzelne rosa Blume hält sie einigermaßen in Form und ihre Schleifchen-Schuhe lassen sie auch nicht viel größer wirken. Dort steht sie und ihr einziger Halt ist ein Sektglas. Die Menschenmenge um sie herrum pulsiert. Aus dem Pulk der Menge brechen zwei Arme aus und greifen nach ihr. Die Nebelmaschine setzt ein. Der Nebel beginnt sie zu umschließen, die Arme umschlingen ihre Teilie. Es sind nicht die Hände ihres Freundes, es sind nicht die Hände eines Freundes. Es sind völlig fremde Hände. Eine Person schmiegt sich gegen ihren Rücken im Takt der Musik. Der Geruch von Alkohol liegt in der Luft. Er benebelt ihre Sinne. Die fremden Hände pressen sie gegen seine Hüfte. Sie gleiten über ihren Körper. Sie spürt seine Wärmeam ganzen Rücken, am Hintern. Seine Hände fahren über ihre Hüftknochen, über ihren Bauch, über ihre Rippen.  Es ist ihr egal. Ihr Herzschlag geht mit dem Bass, ihre Beine fangen an zu zittern. Das Sektglas verwandelt sich in ein Wodkaglas, es schmeckt fruchtig. Lautes Atmen dringt an ihr Ohr, ein Gesicht presst sich in ihre Haare, die Hände auf ihrem Körper werden schwer. Es werden ihr Dinge zu geflüstert, doch in der nächsten Sekunde hat sie die Worte schon wieder vergessen. Ihre Augen suchen die Tanzfläche ab, nach was sie sucht hat sie jedoch auch schon wieder vergessen. Überall sind schwitzende Menschen vom Nebel umgeben. Niemand ist da der sie retten kann, niemand ist da der ihr sagen kann das sie das nicht tun darf. Die Situation überfordert sie, ihr ganzer Körper fängt an zu zittern, sie fängt an sich vor dem Gesicht in ihren Haaren zu ekeln. Ihr Rücken versteift sich, sie bleibt stehen, ihr Beine knicken ein. Sie wartet auf den Schmerz, doch er bleibt aus. Er ist gekommen und hat sie gerettet. Er hält sie fest, er richtet sie auf, nimmt sie in die Arme. Ihre Augen fangen an zu Tränen, sein Hemd färbt sich schwarz und nass. Doch er hält sie weiter fest, er hält sie fest und drückt sie an sich. Ein Gefühl der Geborgenheit breitet sich in ihr aus.

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