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Samstag, 28. Mai 2011

wie genau das Gespräch begonnen hat weiß ich nicht mehr.
ich weiß nur das ich mit ihm Feldrand stand, mit einer halb leeren Flasche Asti in der Hand.
Doch ich weiß es. Wir kamen auf das Word 'Hass'. Das man niemals zu schnell sagen sollte das man etwas hasst.
Ich: 'Hass ist so kalt, viel zu kalt um es einfach so zu sagen.'
er:' kalt?'
und lächelt mich an
ich:' ja es ist kalt, ich hasse fast nichts.'
er:' ich hasse es wenn Mädchen sagen das sie zu fett sind.'
ich:' ich bin es aber.'
ich starre ihm genau in die augen, er soll die wahrheit, nichts als die hässlich wahrheit, sehen.
er:' meine fresse, wenn du fett wärst warum sollte ich dann mit dir zusammen sein. ich fände es widerlich.'
sein lächeln war verschwunden.
ich:' das hilft mir trotzdem nicht, ich fühle mich trotzdem fett. ich hasse das Gefühl von essen in mir.'
er:' du willst mich jetzt verarschen, sag das du das nicht ernst meinst. Es ist völlig normal zu essen. ohne etwas zu essen würdest du sterben. willst du sterben?'
ich:' nein ich will dich nicht verarschen, ich weiß das essen lebensnotwendig ist. aber der Gedanke, dass das essen in mir zu fett an meinem Körper wird, lässt mich kotzen.'
spätestens ab hier hätte ich gehen sollen.
er:' du kotzt, sag mal gehts noch?'
Sein Gesicht sieht wütend aus, ich weiß nicht was ich sagen soll, er versteht es nicht. Ich drehe mich um und will gehen.
er: ' nalos geh weg, vielleicht hilft es dir ja.'
sein ton war fast schon beleidigend, so trotzig, so verletztent.
am liebsten hätte ich ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen. aber ich drehe mich einfach nur um uns sehe ihn an.
ich:' was hilft es darüber zu reden?!'
er:' es ist besser als es in sich hinein zu fressen!'
ich:' da fresse ich es lieber in mich hinein und ritze mich.'
jetzt war es eh zu spät, nun kann er auch alles wissen.
er:' ganz ehrlich L. das ist SCHEIßE!'
ich:' ich weiß.'
er:' es ist arm sich zu ritzen [pause...] du kannst doch einfach mit mir reden, verdammt. Ich bin dein Freund, du kannst mit mir überalles reden.'
wie man sieht ja wohl nicht.
ich:' kann da aber nicht drüber reden.'
er:' hättest du früher mit mir darüber geredet, hätte ich jetzt nicht so eine schlechte Laune.'
sein ton ist anklagend.
ich drehe mich um und gehe.
er:' Lauf nicht weg!'
ich:' wenn es dir schlechte Laune macht, lasse ich es drüber zureden.'
er:' jetzt ist es eh zu spät.'
ich:' außerdem habe ich dir doch schon erzählt das ich gehungert habe.'
er:' ja das du gehungert HAST, aber nicht das du kotzt und es immer noch tust und das du dich schneidest!'
ich:' kotze nur noch ganz selten und ritzen auch.'
er: wie oft kotzt du?
ich:' einmal in zwei Monaten?!' LÜGE-er hat es gemerkt, ich habe gesehen wie sein Blick sich verändert hat.
er:' wann hast du dich das letzte mal geschnitten?'
Ich:' vorzwei Wochen.' LÜGE
er:' warum?'
ich: wegen M.
er:' WAS? L. scheiß doch einfach auf sie sie ist dumm und das sage nicht nur ich.'
ich:' aber immer wenn sie schlechte Laune hat, einfach jedes mal denke ich ich bin schuld. ich mache immer alles falsch'
er:'L. du musst dich nicht verändern, du bist toll.'
ich weiß nicht was ich sagen soll, ich weiß nicht was ich machen soll. er nimmt es mir ab zu reagieren und zieht mich in seine arme. ich will nicht mehr reden, ich will nicht mehr denken.
er:' versprich mir das du mich anruft, wenn du wieder kurz davor bist zu kotzen oder dich zu schneiden. rede mit mir darüber, versprich es mir!'
[pause...]
ich: ich versuchs...'
er:' nein, du versprichst es mir. L., nur so kann ich dir helfen.'
es klag so befehlend, bittend und verzweifelt zu gleich. es war einfach herzzerreißend.
ich:' ich habe...nein'
er:' was wolltest du sagen?'
ich:'ich wollte sagen das ich mir schon damals selber geholfen habe und auf gehört habe zu hungern, aber das stimmt nicht. Meine Eltern haben mich gezwungen zu essen.'
er:' das ist ja auch richtig so. wolltest du mich eben anlügen, wolltest du sagen das du dir selbst geholfen hast, damit ich dich wieder in ruhe lasse?'
er sah mich wütend an, wütend verletzt und traurig.
JA, verdammt genau das wollte ich sagen, genau das hätte ich sagen MÜSSEN.
ich:' nein, wollte ich nicht.'
er:' versprich es mir einfach.'
ich:' ich wollte es dir nicht erzählen.'
er:' es ist doch gut, das du es mir gesagt hast. Auch wenn ich jetzt unglaublich wütend bin, es ist gut so. versprich es mir jetzt!'
Ich:'ich werde mich morgen dafür hassen. aber ich werde es dir versprechen und versuchen es einzuhalten.'

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